Untergehen ist das Eine, unter der Oberfläche bleiben das Andere. ;-)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Leseprobe – Sex, Crime and more ...

Insgesamt ist es ein wenig mehr Text geworden als gedacht. Nach dem Gesetz der Salamitaktik dürfte er dann einen Monat lang den Blog füllen. Nächste Woche geht er ins Lektorat zu Frau Rot-Weiß-Erfurt und je nachdem, wann sie mit dem schreddern fertig ist, gibt es ihn dann hier als bahnbrechendes Werk in der Literaturgeschichte zu genießen. *g* Als kleinen Vorgeschmack gibt es jetzt schon mal eine Leseprobe.


Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloß und sie übereinander her.
Sie waren sich einig, zumindest über das, was beide jetzt fest eingeplant hatten.
Sie waren ausgehungert. Ausgehungert nach Sex, Sex, Sex, und noch mal Sex. Ausgehungert nach Nähe, Zärtlichkeit und Liebe.
Sie waren gierig auf die Nähe eines Menschen, bei dem sie sich zu Hause fühlen konnten. Ihr Entzug davon währte schon viel zu lange. Viel zu lange, um alles sofort und auf einmal zulassen zu können.
Sie waren erst am Anfang eines langen Weges, an den beide nicht denken wollten.
Sie rieben sich aneinander, darauf bedacht, möglichst viel von dem anderen auf der eigenen Haut zu spüren.
Sie atmeten sich ein, hörten den anderen und ihre eigene Stimme, die zur Vorsicht mahnte. Hörten weg oder doch zu und schafften es dabei nicht mal bis auf ihr Bett, wie es die Konvention forderte.
Sie implodierten noch halb angezogen auf dem roten Teppich im Flur.
Sie schleiften sich über Sessel, Tische und zerstörten die Blumenbank am Fenster, bis eine Flasche Rotwein zur Pause rief. Die Zigarette danach war die Zigarette davor und sie brachen nach drei weiteren Flaschen Wein über dem endlich erreichten Bett völlig ausgelaugt und ausgepumpt zusammen.
Sie sprachen kein Wort miteinander, aber sie erzählten sich viel und spürten ein kleines Fünkchen Glück im Zimmer. Hoch oben und für beide unerreichbar. Als sie schlief, sah er, daß die Scheiben im Fenster von ihrer Hitze beschlagen waren und der Mond verschwommen auf sie schien, als hätte er sie zugedeckt.
Er beschloß, heute den Tresor in Ruhe zu lassen. Ihr Mann war tatsächlich tot. Er würde trotzdem noch ein paar Tage Zeit haben, ehe seine Mörder hier waren. Im Moment wußte er sowieso nicht, was  er machen sollte. Zu Frau M. überlaufen und ihr alles gestehen? Er war versucht, dies zu tun, aber das Risiko, daß sie ihn aus dem Rennen werfen würde, war zu groß. Nein, es mußte eine andere Lösung geben.

Die Flasche Wein neben dem Bett war leer und sein Schlafpegel noch nicht erreicht. In ihrer Küche entkorkte er sich einen neuen Beaujolais und musterte gedankenverloren deren Einrichtung. Gemütlich war sie. Nicht zu groß, aber groß genug für eine Sitzecke und einem Tisch, an welchem man zwanglos essen, reden und trinken konnte. Überall auf den Schränken standen Blumen und auf dem Herd ein paar Töpfe. Die Wände waren mit kleinen Bildern geschmückt. Darauf waren kitschige Blumen und kalligrafierte Sprüche.
Eines davon kannte er. Goethes Hexeneinmaleins. Danach hatte womöglich der verstorbene Mann des Hauses seine Rechnungen geschrieben. Er mußte grinsen. Die Flasche würde er noch austrinken, ein paar Zigaretten rauchen und dann an ihrer Seite wie ein Murmeltier schlafen, so tief und fest, wie schon lange nicht mehr. Morgen war ein neuer Tag und an dem sah die Welt vielleicht ganz anders aus. Er setzte sich an den Tisch, lehnte sich zurück und pustete den Rauch in kleinen Ringen durch die Luft.

Kommentare:

  1. Da hatter aber eine pikante Stelle rausgepickt! Bin momentan so was von einem Planschuldner, aber es geht los, los, los... ;o)

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  2. Pikant ist da nüscht. Aber es ist die einzige Stelle im Manuskript, in der unsere drei Grundsäulen zum tragen kommen. *gg*

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  3. Wenn´s so ist. Und ich dacht immer, unsere drei Grundsäulen wären Gespür für Körperhaltung beim Tanz, feinste Etikette und gutes Aussehen. ;o)

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  4. Den Gentlemen können wir dann beim Wohltätigkeitsball heraushängen lassen.

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  5. Ggggggerne. Dddddddemnächst. ;o)

    ((octa

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  6. Aktueller Stand: Der Text ist fertig und weilt zur Zeit in einem Leipziger Literaturbüro zur Expertise und zum Lektorat. Von dort geht er an Frau R-W-E zur Endkontrolle. Gibt die grünes Licht, wird der November dunkel. Sehr dunkel. *g*

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  7. Großartig, dann macht ma hinne.

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